Steinfort – Das Stauwehr

Der Steinforter Stauweiher sollte 1914 als Kühlwasserreserve für das Hüttenwerk in Steinfort dienen. Es wurde allerdings nie fertiggestellt. Die Überreste (Beton-Staumauer, der Schleusen, eines ehemaligen Pumpwerkes, eines ehemaligen Turbinenhauses, Kanalanlagen, …) kann man heute noch sehen. Sie werden als Rückzugsgebiete der Fledermäuse genutzt.

Alles begann damit, dass man die damaligen Eisenindustriemaschinen, im Besitz der Familie Collart, mit Wasser kühlen wollte. Ein Erddamm wurde gebaut. Allerdings war dieser undicht. Man ersetzte ihn durch, den heute noch bestehenden, Betondamm. Schnell wurden die Wassermengen jedoch den Kühlanforderungen der damaligen Eisenindustrie, nicht mehr gerecht.

1914: Bau der Stauanlage, ohne dass eine Baugenehmigung erteilt worden war, für das Steinforter Hüttenwerk, welches 1914 im Eigentum der Firma Felten & Guillaume Carlswerk AG stand.

Das Wasser wurde durch zwei Rohre, über ein Pumpwerk, zum Hüttenwerk befördert. Ein heute zerfallenes Gebäude, das nicht mehr zugänglich ist. 

1919 ging die Steinforter Hütte in die Hände der französischen Gesellschaft „Société des mines de la Loire“ über. Der Stauweiher wurde allerdings nie fertiggestellt. Die geplanten Hochöfen wurden nie errichtet, da das Walwerk wieder abgebaut wurde nach dem Krieg. Ausserdem funktionnierte auch das Thomas-Stahlwerk nicht. Somit verfielen die Pläne der Kühlung der Machinen durch das Wasser. Auch wurden durch die Weltwirtschaftskrise zeitweise die Hochöfen in Steinfort stillgelegt.

1922, hatte der Industrielle Gustave Sinner das Waldgebiet um die Stauanlagen aufgekauft um dort Elektrizität zu produzieren.

1926, baute er ein Turbinenhaus auf belgischem Territorium. Die Eisch bot allerdings nicht ausreichend Wasser für den Antrieb der Turbinen, so dass diese nur 1,5 Tage in Betrieb waren, bis der Stauweiher entleert war. In der Zwischenzeit wurde für die Wasserversorugung der Schmelz eine andere Lösung gefunden. Die Projekte gerieten in Vergessenheit und die Anlagen wurden vernachlässigt.

1932 stellte dann auch die Steinforter Hütte ihren Betrieb ein.

Zurück blieb ein +- 100.000 m2, 8,5 m tiefer Stausee. Dieser künstliche See entpuppte sich schnell als Zufluchtsort für Fischer und lud zum Wassersport und zum Wandern ein.

1935 erlag der damalige Förster, Pierre Dostert, beim Baden einem Schlaganfall und ertrank.
Um die Leiche zu bergen wurde der Stausee entleert.
Die Schleusen wurden danach nie wieder geschlossen und sind mittlerweile eingerostet.

Aus dem leeren Staubecken hat sich ein Waldgebiet entwickelt und auch die alten Gebäude, wurden von
der Natur eingenommen. Viele Tiere finden seither in den Ruinen eine Gelegenheit, sich niederzulassen.
Unter anterem einige Fledermausarten, von denen in Luxemburg bislang 19 nachgewiesen wurden.

Wandert man den Autopedestre von Steinfort, kann man die ganze Ruinen bestaunen.

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